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30.10.2016, Sonntag: Shaolin – Kaifeng

Wegen der 240 Kilometer weiten Fahrt nach Kaifeng ist nicht viel Zeit für weiteres Programm. Auf dem Weg besuchen wir aber das – anders kann man es ja nun wirklich nicht sagen – weltberühmte Shaolin Kloster 少林寺.

Noch heute ist das Kloster nicht nur eine (lukrative) Ausbildungsfabrik für Shaolin Kung Fu sondern ein echtes Kloster. Die Kampfkunst gilt dabei als Teil des dort praktizierten Chan-Buddhismus. Das Kloster selbst soll Ursprung dieser in Japan zum Zen weiterentwickelten Schule sein. Von den heute rund 300 dort ordinierten Mönchen sind allerdings nur rund ein Drittel Kampfmönche.

Gewiss sensationeller als das Weltkulturerbe der Tempelanlage und des Pagoden-Walds, in dem verdiente Mönche beigesetzt sind, sind die Kung-Fu-Künste. Mehrmals am Tag wird in einem eigens gebauten Theater eine Vorführung gegeben. Selbst Staatsgäste werden, dann jedoch in bzw. vor der Audienzhalle des Tempels selbst, mit Wushu unterhalten. Der Tempel und die in die Nachbarorte vertriebenen Kungfu-Schulen lehren im Jahr, so unsere lokale Führerin, 30.000 Schülern und auf einem einmal jährlich im Oktober stattfindenden Festival stellen sich alle Schulen auf einer Straßenlänge von rund 14 Kilometern vor.

Auf einer der Stelen des Kloster, der Stele der drei vereinigten Religionen, ist eine Darstellung Buddhas zu sehen, dessen Gesicht zugleich auch Konfuzius und Laotze zeigt. Buddhismus, Konfuzianismus und Daoismus in einer Gestalt und Spiegelbild für alle die hineinsehen.