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28.10.2016, Freitag: Sanmenxia – Luoyang

Heute verlassen wir leider das angenehm luxuriöse 5-Sterne-Hotel (Landeskategorie) und fahren weiter nach Luoyang, nach Xi’an eine der anderen großen alten Haupstädte des Reiches. Anders als Xi’an ist es der Stadt heute nicht mehr als Anreisender anzusehen. Ab jetzt fehlt uns nur noch Nanjing, um die vier vollzumachen!

Der Tag selber ist ein Museumstag, erst besuchen wir das Stadtmuseum, später ein kleines volkskundliches Museum, das das am gestrigen Tag leider geschlossene in Sanmenxia ersetzen soll. Vielleicht ist es nur meine erkältungsinduzierte Spannungslosigkeit, aber der Reiz des ersten ist vergleichsweise gering, wenn man das Historische Museum Shaanxi in Xi’an gesehen hat. Die Exponate hier wiederholen bereits Gesehenes, außer einigen Eindrücken zur Stadtentwicklung Luoyangs, die den Wandel von einer verstreuten Besiedlung zur rechtwinkligen Planstadt zeigt, ist an den meisten Exponaten nichts neu. Allerdings können wir heute Kalligraphien sehen – in Xi’an gab es keine (oder wir haben sie übersehen), in Taiyuan waren die entsprechenden Räumlichkeiten gerade in Überarbeitung. Hier hätte ich jetzt wirklich gerne einen Experten an der Seite gehabt, um die Schönheit der Schriften noch besser  würdigen zu können.

Das volkskundliche Museum ist niedlich, in einigen wenigen Räumen werden Alltagsgegenstände und Möbel gezeigt, Hochzeitsbräuche in einem Raum mit großen Puppen und durcheinander gewürfelten Kostümen verschiedener Zeiten inszeniert. Es sind anrührende Objekte, alte, abgegriffene, bis fast zur Nutzlosigkeit verbrauchte Dinge, die hier ohne große Erklärungen aus der Zeit gefallen sind. China gibt es nicht mehr, lang lebe China. Vielleicht haben technische und politische Revolutionen des 20. Jahrhunderts kein Land so tief verändert wie dieses – außer seinem Essen, natürlich.

  1. Hoffentlich hat es die Hand hinter dem blauen Vorhang nicht auf den Vogel abgesehen – was ist das übrigens für einer? Eine chinesische Amsel 😉 ?

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