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01.11.2016, Dienstag: Xuzhou – Qufu

Noch ein Museumstag. Berühmtester Sohn der Stadt ist Liu Bang, der die Han-Dynastie begründet hat. Wir besuchen zuerst das Xuzhou-Museum (徐州博物馆), die in den Löwenberg getriebene Grabkammer des Königs Chu Wang Ling 楚王陵 und darauf das Museum der Han Terrakotta Armee 汉兵马佣博物馆.

Im Xuzhou-Museum sind vor allem Fundstücke aus den zahlreichen Han-Gräbern in den Stadtgrenzen ausgestellt, darunter die außerordentlich schönen Jadestücke und goldenen Gürtelschnallen aus der großen Grabkammer von Chu Wang Ling im Löwenberg 狮子山楚王陵 wie auch sein aus Jadeplättchen und Golddraht gefertigtes Grabgewand. 

Jade sollte den Leichnam erhalten. Sie war so kostbar und allein dem obersten Stand vorbehalten, dass Graubräuber die 1,5 kg Golddraht aus den Ösen lösten und mitnahmen, sämtliche Jadeplättchen aber im Grab beließen, da sie praktisch unverkäuflich waren. In den Grabkammern sind heute Nachbildungen des Jadesarkophags und des Jadeleichentuchs ausgestellt.

Anschließend wandern wir durch die Ausstellung der Terrakotta Armee. Zunächst an den vier Gruben vorbei, von denen eine in Erwartung besserer Bergungsmethoden noch ungeöffnet daliegt. Später sehen wir im „Aquatic Terracotta Museum“, das unterhalb des Wasserspiegels und im See gebaut ist, einige besonders schöne Reiterfiguren und einen rekonstruierten Streitwagen. Da die Figuren hier nicht ein Kaiser-Grab begleiten, sind sie im Maßstab wesentlich kleiner als die bekannteren Soldaten aus Xi’an.

Hiernach brechen wir nach Qufu 曲阜 auf, der Heimat von Konfuzius und jahrhundertelanger Sitz der Familie Kong 孔. Zu Abend essen wir unter anderem eine Shangdong’er Spezialität: Juanbing 卷饼. In einen papierdünn auf einem heißen Blech ausgeschabten und so gebackenen Reismehl(?)-Crepe wird eine Frühlingszwiebel mit einer Chilisauce, getrocknetem salzigen Fischstücken, eingelegten Rübenstreifen und gemahlenem Sesam eingeschlagen. Nicht schlecht. Die Zwiebeln seien auch speziell in Shangdong, mehr süß als scharf und mit sehr viel weiß und wenig grün. Geschmacklich erkenne ich keinen Unterschied, sie haben aber in der Tat sehr viel mehr weißen Anteil als üblich.